Dornbirner Messe plant für den Herbst

Vorarlberger Nachrichten - Markt vom 27.05.2020


Dornbirn „Das war für mich ein kleiner Freudentag“, berichtet Sabine Tichy-Treimel, Geschäftsführerin der Dornbirner Messe und Präsidentin des Branchenverbundes Messen Austria, über den Lichtblick, den Landeshauptmann Markus Wallner bot, als er sagte, er könne sich regionale Erleichterungen vorstellen. „Wir planen derzeit für die Herbstmesse“, sagt sie in der Hoffnung, dass es bald Regelungen für die regionalen Messen in Österreich gibt, damit diese wieder ihren Betrieb aufnehmen können.

Öffnen mit Coronaregeln
Tichy-Treimel verweist auf die Öffnungen von Shopping Malls und Gartenmärkten, die bereits für das Publikum geöffnet sind und die auch nicht anders funktionieren als eine Messe. Auch mit Veranstaltungen und Events will man nicht verglichen werden. Der Verband Messen Austria und damit auch die Dornbirner Messe will eine Differenzierung zu anderen Großveranstaltungen wie Konzerten oder Fußballspielen erreichen und verweist auf Beispiele in Deutschland, wo a) Messen nicht als Großveranstaltungen klassifiziert werden und b) die Bundesländer über die Abhaltung entscheiden. „Bei uns auf dem Gelände können wir den notwendigen Abstand gewährleisten, das ist auch bei anderen Messen in Österreich so“, sagt Tichy-Treimel. 2600 Personen könnten durch die Hallen flanieren, dazu kommt das riesige Außengelände. An starken Tagen besuchen 12.000 bis 13.000 Personen das Gelände, nach jetziger Maßgabe ist das nicht machbar. Immerhin habe man sehr konstruktive Gespräche mit Harald Mahrer und Karlheinz Kopf von der Wirtschaftskammer geführt, so die Vertreterin der österreichischen Messen, nun erwarte man eine klare Ansage aus der Bundespolitik, die eigentlich noch in dieser Woche versprochen worden sei.

„Wir versuchen seit März Klarheit zu bekommen, doch wir hängen in der Luft.“

Tausende Arbeitsplätze
Doch schon in den letzten Wochen erfuhren die Messemacher dort eines, nämlich dass sie ignoriert werden. Sie sei ja auch dafür, dass Kulturveranstaltungen wieder stattfinden, doch einen ganzen Wirtschaftszweig zu negieren, das verstehe sie nicht. Das gefährde Tausende Arbeitsplätze und rund 7000 Unternehmen, die den Marktplatz Messe brauchen. Sie kann sich deshalb vorstellen, dass man wie etwa in Südtirol den Ausstellern 75 Prozent der Messekosten vergütet, was wahrscheinlich im Zuge der Fixkostenvergütung möglich sein müsste. Nicht nur die Messen drängen auf die Möglichkeit, wieder tätig zu werden, in Dornbirn haben drei Viertel der Aussteller bereits fix zugesagt, sollte die Herbstmesse möglich sein. Einschränkungen gäbe es, so Tichy Treimel wahrscheinlich im Gastrobereich. Messen brauchen Vorlauf, deshalb ist es höchst an der Zeit, dass diese entsprechende Signale vom Bund erhalten, mahnt sie. Diese sind bereits in Vorlage getreten und haben Regeln für den Messebesuch ausgearbeitet.

VN-sca 

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