Ausgezeichnete Messehallen

Am 30. Juni 2017 wurde zum zwölften Mal der Vorarlberger Holzbaupreis verliehen. In der Kategorie Öffentlicher Bau ging der Preis an die neuen Messehallen 9 bis 12, in Dornbirn.


Dornbirn/Vorarlberg. Seit zwanzig Jahren ist der Vorarlberger Holzbaupreis eine viel beachtete Auszeichnung in der Holzbau-Branche. Das Land Vorarlberg ist beim Bauen mit dem Werkstoff Holz seit jeher Ton angebend und für seine Leistungen im Holzbau bis weit über die Grenzen hinaus bekannt. Am Freitagabend, 30. Juni wurde der Holzbaupreis im Cubus Wolfurt zum insgesamt zwölften Mal vergeben.

Hoher Stellenwert des Holzbaus
Auch beim Neubau der Messehallen 9 bis 12, die vom renommierten Architekturbüro Marte.Marte geplant wurden, kommt dem Baustoff Holz eine besondere Bedeutung zu. „Mit unserer neuen Infrastruktur wird der Architektur- und Holzbauhochburg Vorarlberg Rechnung getragen“, unterstreicht Messe-Geschäftsführerin Sabine Tichy-Treimel den hohen Stellenwert des Materials. „So wurde neben großen Teilen der Innenverkleidung die gesamte Tragwerkskonstruktion mit 65, jeweils 66 Metern langen, Holzfachwerken errichtet. Bei den beiden großen Hallen 9 und 11 wird eine Gesamtfläche von fast 8.000 Quadratmetern ohne Verwendung zusätzlicher Stützen überspannt.“

Elegante Ästhetik
Von den 134 Einreichungen des diesjährigen Holzbaupreises erhielten insgesamt neun Objekte die begehrte Auszeichnung in verschiedenen Kategorien. In der Kategorie Öffentlicher Bau wurde der Neubau im Dornbirner Messequartier von den Juroren Roland Gnaiger, Marlene Gujan und Tom Lechner prämiert.

"Aufgrund der zumeist unattraktiven und banalen Messehallen Land auf und Land ab, überzeugen diese engagierten und intelligenten Raumhüllen auf Anhieb. Dabei ergeben Länge / Breite / Höhe allerorts das gleiche nutzbare Raumvolumen, darüber hinaus bleibt ein angemessener baukünstlerischer Ansatz, kombiniert mit einem raffinierten statischen Tragwerk, leider die seltene Ausnahme. 65 Leimholz-Fachwerkträger liegen jeweils auf raumhohe Holzstützen auf, deren stringente Abfolge am Ende von Sichtbetonwänden räumlich begrenzt wird. Das bewusste ausblenden der Fachwerkskonstruktion oberhalb des Untergurts und das farbliche differenzieren der Struktur, verleiht der Halle nicht nur eine elegante Ästhetik, sondern überzeugt durch seine selbstverständliche Logik", so die Begründung der Juroren.

Die großen Hallen 9 und 11 sowie das "Rote Foyer" 10 wurden im Rahmen der Frühlingsausstellung SCHAU!, am 6. April beim Pre-Opening eingeweiht. Die offizielle Eröffnung des gesamten Bauprojekts findet am 21. Juli während der Sommer-Kunstmesse Art Bodensee statt.

Neubau der Messehallen 9 bis 12, Dornbirn

Bauherrschaft: Messe Dornbirn GmbH, Dornbirn
Planung: Marte.Marte Architekten ZT GmbH, Feldkirch
Ausführung: Kaufmann Bausysteme GmbH, Reuthe / Kaufmann Zimmerei und Tischlerei GmbH, Reuthe / Kaspar Greber Holz- und Wohnbau GmbH, Bezau / Sutter Holzbau GmbH, Ludesch / Mayr-Melnhof Holz Reuthe GmbH / Tomaselli Gabriel Bau GmbH, Nenzing / Wilhelm+Mayer Bau GmbH, Götzis und Oberhauser & Schedler Bau GmbH, Andelsbuch
Tragwerksplanung: gbd Holding ZT GmbH, Dornbirn und M+G Ingenieure GmbH, Feldkirch

Details zum Neubau: https://www.messedornbirn.at/neubau/

Holzbaupreis 2017: http://www.holzbaukunst.at/events-aktivitaeten/holzbaupreis-2017/  

Alle Fotos: Abdruck honorarfrei zur Berichterstattung über die Messe Dornbirn. Angabe des Bildnachweises ist erforderlich.

Bilder