©
08.10.2026

Die Gustav: Wo Handwerk neue Geschichten schreibt

Alte Skateboards werden zu Möbeln, Silber verwandelt sich in ein persönliches Schmuckstück, Messer werden für ein ganzes Leben gefertigt und Glas entsteht wie vor Jahrhunderten über offenem Feuer: Auf der Gustav 2026 zeigen Manufakturen und Handwerksbetriebe, wie aus Material, Können und guten Ideen Dinge mit Charakter entstehen.
Manche Dinge beginnen mit einem Stück Holz. Andere mit einem alten Skateboard, einem Stück Silber, einem Stück Glas oder einem Stück Stahl. Was daraus entsteht, hängt davon ab, wer das Material in die Hand nimmt.

Auf der Gustav 2026 sind es zahlreiche Manufakturen, DesignerInnen und Handwerksbetriebe, die zeigen, wie unterschiedlich dieser Weg aussehen kann. Ihre Produkte verbindet nicht ein bestimmter Stil, sondern eine gemeinsame Haltung: Materialien werden bewusst ausgewählt, verarbeitet und veredelt. Viele Stücke entstehen in kleinen Serien oder als Einzelanfertigungen. Und hinter jedem Produkt stehen Menschen mit ihrem Wissen, ihrer Erfahrung und ihrer eigenen Idee von guter Gestaltung.

Aus alten Skateboards wird neues Design
Bei Ronske beginnt die Geschichte mit einem Material, das eigentlich schon ausgedient hat. Aus alten Skateboards entstehen Möbel und Accessoires. Die charakteristischen Farbschichten des Skateboardholzes bleiben dabei sichtbar und werden zu einem wesentlichen Teil des Designs.
Aus etwas, das seine ursprüngliche Funktion verloren hat, entsteht so etwas völlig Neues. Nicht als Versteckspiel, sondern ganz bewusst: Die Vergangenheit des Materials bleibt sichtbar und wird zur Ästhetik des fertigen Objekts.
Upcycling wird hier nicht als Verzicht verstanden, sondern als gestalterische Möglichkeit. Das Material bringt seine eigene Geschichte bereits mit – und bekommt durch handwerkliche Verarbeitung ein zweites Leben.

Schmuck mit persönlicher Handschrift
Bei Goldschmiede im Fabrikle trifft traditionelles Goldschmiedehandwerk auf zeitgemäßes Schmuckdesign. Im Mittelpunkt stehen individuell gefertigte Schmuckstücke, bei denen Material, Form und persönlicher Ausdruck zusammenfinden. Dabei geht es nicht um kurzlebige Trends, sondern um Stücke, die sorgfältig gestaltet und mit handwerklichem Können gefertigt werden.
So zeigt die Goldschmiede beispielhaft, wie aus hochwertigen Materialien und einer individuellen Idee ein Schmuckstück mit eigener Geschichte entstehen kann. Jedes Detail, jede Form und jede Oberfläche trägt dabei zur persönlichen Handschrift des fertigen Stücks bei.

Wenn Qualität ein ganzes Leben halten soll
Einen anderen Zugang zum Thema Langlebigkeit zeigt Messerschmied Wohlgenannt aus Dornbirn. Der Familienbetrieb wird mittlerweile in dritter Generation geführt. Neben einer großen Auswahl an Messern und Scheren werden auch individuelle Messer nach Kundenwunsch gefertigt. In der hauseigenen Schleiferei werden Messer, Scheren und Gartengeräte zudem geschliffen und instand gesetzt.
Das ist Handwerk mit einem klaren Gedanken: Gute Qualität muss nicht schnell ersetzt werden.
Ein Messer kann ein Gebrauchsgegenstand sein – oder ein Werkzeug, das seinen Besitzer über viele Jahre begleitet. Wenn es stumpf wird, wird es geschliffen. Wenn etwas repariert werden kann, muss es nicht weggeworfen werden. So wird aus handwerklicher Qualität eine Form von Nachhaltigkeit, die nicht auf Verzicht, sondern auf Langlebigkeit setzt.

Jahrtausendealtes Wissen trifft auf die Gegenwart
Noch viel weiter zurück reicht die Geschichte von Herat Glas. In der afghanischen Region Herat wird eine jahrtausendealte Glasbläsertradition weitergeführt. Die mundgeblasenen Stücke entstehen im Lehmofen und sind allesamt Unikate. Schillernde Blau- und Grüntöne, individuelle Formen und die Spuren des Herstellungsprozesses machen jedes Stück unverwechselbar.
Die Sonderausstellung auf der Gustav macht dabei nicht nur außergewöhnliche Glaskunst sichtbar. Sie erzählt auch von einem Handwerk und einer kulturellen Tradition, die bewahrt werden soll. Stefan Grabher von Mary Rose hat gemeinsam mit dem ZEIT-Journalisten Wolfgang Bauer das Projekt Herat Glas initiiert.

Vier Beispiele, vier Materialien und vier völlig unterschiedliche Geschichten.
Und doch verbindet sie etwas Entscheidendes: Das fertige Produkt ist nur ein Teil der Geschichte.

Genau dafür schafft die Gustav Raum. Als Salon für Design und Genuss bringt sie Marken, Manufakturen und Gestaltende zusammen, die für Qualität, individuelle Verarbeitung und kunstvolles Handwerk stehen.
Dabei geht es nicht darum, Handwerk als nostalgischen Gegenentwurf zur modernen Welt zu verstehen. Im Gegenteil: Die Beispiele auf der Gustav zeigen, wie zeitgemäß Handwerk sein kann.
 © Udo Mittelberger

Ich bin Ihre Ansprechpartnerin.
Gerne beantworte ich Ihre Fragen.

 ©
Madeleine Kohler
Messen
Messen & Events
Tickets & Kontakt
Anreise & Parken